dokumentation:frontal_assessment_battery

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-Die FAB ist im genannten Aufsatz((Dubois, B., Slachevsky, A., Litvan, I. & Pillon, B. (2000) The FAB. A frontal assessment battery at bedside. //Neurology, 55//, 1622-1626. doi:10.1212/WNL.55.11.1621)) komplett beschrieben. Auf Grundlage dieser Arbeit wurde für den klinikinternen Gebrauch ein dreiseitiges Protokollblatt inklusive zugehöriger deutscher Instruktion erstellt, die wir hier als {{tests:fab.neu.pdf|pdf-Datei}} zugänglich machen. Es gibt auch eine kürzer gefasste deutsche Version, die von Benke et al. 2013 im Journal of Neurology publiziert wurde.((Benke, T., Karner, E., & Delazer, M. (2013). FAB-D: German version of the Frontal Assessment Battery. //Journal of Neurology, 260(8)//, 2066-2072. doi:10.1007/s00415-013-6929-8)) Die Versionen unterscheiden sich in Details, was natürlich auch für die anderen Sprachversionen gilt, die wir bei der Normerstellung berücksichtigt haben. Kritisch ist nur die Wahl des Buchstabens im zweiten Untertest (im englischen Original wie in den beiden deutschen Vorschlägen ein "S"). Das haben aber alle Autoren anderer Sprachversionen berücksichtigt und häufig vorkommende Buchstaben gewählt.+Die FAB ist im genannten Aufsatz((Dubois, B., Slachevsky, A., Litvan, I. & Pillon, B. (2000) The FAB. A frontal assessment battery at bedside. //Neurology, 55//, 1622-1626. doi:10.1212/WNL.55.11.1621)) komplett beschrieben. Auf Grundlage dieser Arbeit wurde für den klinikinternen Gebrauch ein dreiseitiges Protokollblatt inklusive zugehöriger deutscher Instruktion erstellt, die wir hier als {{dokumentation:fab.neu.pdf|pdf-Datei}} zugänglich machen. Es gibt auch eine kürzer gefasste deutsche Version, die von Benke et al. 2013 im Journal of Neurology publiziert wurde.((Benke, T., Karner, E., & Delazer, M. (2013). FAB-D: German version of the Frontal Assessment Battery. //Journal of Neurology, 260(8)//, 2066-2072. doi:10.1007/s00415-013-6929-8)) Die Versionen unterscheiden sich in Details, was natürlich auch für die anderen Sprachversionen gilt, die wir bei der Normerstellung berücksichtigt haben. Kritisch ist nur die Wahl des Buchstabens im zweiten Untertest (im englischen Original wie in den beiden deutschen Vorschlägen ein "S"). Das haben aber alle Autoren anderer Sprachversionen berücksichtigt und häufig vorkommende Buchstaben gewählt.
  
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 Publizierte Rohwertverteilungen von Zufallsstichproben haben wir für die FAB nicht gefunden. Alle Normierungsstudien sind mehr oder weniger an anfallenden Stichproben durchgeführt, einige davon aber zumindest stratifiziert an Bevölkerungszahlen, meist für Geschlecht, Alter und Schulbildung, wobei das Geschlecht für die Testergebnisse nie eine Rolle spielte. Die umfangreichste stratifizierte Studie((Coen, R. F., McCarroll, K., Casey, M., McNulty, H., Laird, E., Molloy, A. M., . . . Cunningham, C. J. (2016). The Frontal Assessment Battery: Normative Performance in a Large Sample of Older Community-Dwelling Hospital Outpatient or General Practitioner Attenders. //Journal of Geriatric Psychiatry and Neurology, 29(6)//, 338-343. doi:10.1177/0891988716666381)) mit insgesamt 2508 Teilnehmern berichtete unter anderem die Rohwerte an 7 Perzentilstellen (die Prozentränge 5, 10, 25, 50, 75, 90 und 95) für drei Bildungsklassen und 10 überlappende Altersgruppen mit den Mittelwerten 65, 68, ..., 89 und 92). Aus diesen Daten ließ sich eine Rohwertverteilung näherungsweise zurückrechnen. Wir berechneten aus den Perzentilwerten die entsprechenden Standardwerte für die Normalverteilung, glätteten sie mit einer exponentiellen Anpassung, mittelten sie über die drei Bildungsklassen, interpolierten die Werte für die in TDB2 verwendeten Altersklassenmittelwerte 62 (extrapoliert), 67, ..., 87 und 92 und extrapolierten die Standardwerte für Rohwerte unterhalb von 9 (Rohwerte unterhalb von 9 kamen bei den Gesunden dieser Studie kaum vor und lagen weit unterhalb des 5. Perzentils). **Abbildung 1** zeigt die resultierenden Verteilungen. Publizierte Rohwertverteilungen von Zufallsstichproben haben wir für die FAB nicht gefunden. Alle Normierungsstudien sind mehr oder weniger an anfallenden Stichproben durchgeführt, einige davon aber zumindest stratifiziert an Bevölkerungszahlen, meist für Geschlecht, Alter und Schulbildung, wobei das Geschlecht für die Testergebnisse nie eine Rolle spielte. Die umfangreichste stratifizierte Studie((Coen, R. F., McCarroll, K., Casey, M., McNulty, H., Laird, E., Molloy, A. M., . . . Cunningham, C. J. (2016). The Frontal Assessment Battery: Normative Performance in a Large Sample of Older Community-Dwelling Hospital Outpatient or General Practitioner Attenders. //Journal of Geriatric Psychiatry and Neurology, 29(6)//, 338-343. doi:10.1177/0891988716666381)) mit insgesamt 2508 Teilnehmern berichtete unter anderem die Rohwerte an 7 Perzentilstellen (die Prozentränge 5, 10, 25, 50, 75, 90 und 95) für drei Bildungsklassen und 10 überlappende Altersgruppen mit den Mittelwerten 65, 68, ..., 89 und 92). Aus diesen Daten ließ sich eine Rohwertverteilung näherungsweise zurückrechnen. Wir berechneten aus den Perzentilwerten die entsprechenden Standardwerte für die Normalverteilung, glätteten sie mit einer exponentiellen Anpassung, mittelten sie über die drei Bildungsklassen, interpolierten die Werte für die in TDB2 verwendeten Altersklassenmittelwerte 62 (extrapoliert), 67, ..., 87 und 92 und extrapolierten die Standardwerte für Rohwerte unterhalb von 9 (Rohwerte unterhalb von 9 kamen bei den Gesunden dieser Studie kaum vor und lagen weit unterhalb des 5. Perzentils). **Abbildung 1** zeigt die resultierenden Verteilungen.
  
-{{:tests:fab_coen_verteilungsdichte.png|}}+{{:dokumentation:fab_coen_verteilungsdichte.png|}}
  
 **Abbildung 1: Rückgerechnete Verteilungen der FAB-Rohwerte in der Studie von Coen et al. (2016) für sieben Altersgruppen** **Abbildung 1: Rückgerechnete Verteilungen der FAB-Rohwerte in der Studie von Coen et al. (2016) für sieben Altersgruppen**
  
-Man sieht in der Abbildung die Rechtsgipflichkeit der Verteilung: Bei einem maximalen Rohwert von 18 liegt der Modalwert bei allen Altersklassen bei 16 oder 17 Rohwerten. Werte unterhalb von 9 kommen bei Jüngeren (das sind in dieser Studie die 60-64-Jährigen) kaum vor. Der Messbereich ist nach oben sehr begrenzt (wie bei MMSE und MoCA ist das Absicht: die volle Punktzahl sollen "Gesunde" erreichen, nicht etwa nur die besonders Begabten, wie bei Fähigkeitstests, die das ganze Leistungsspektrum abdecken sollen). Man sieht aber auch, dass die FAB-Werte im Alter durchaus systematisch abnehmen und ein einziger Cut-Off-Wert zur Trennung von "gesund" und "auffällig" über alle Altersgruppen hinweg den Daten nicht gerecht wird. Genau so ist es auch bei MMSE und MoCA.+Man sieht in der Abbildung die Rechtsgipflichkeit der Verteilung: Bei einem maximalen Rohwert von 18 liegt der Modalwert bei allen Altersklassen bei 16 oder 17 Rohwerten. Werte unterhalb von 9 kommen bei Jüngeren (das sind in dieser Studie die 60-64-Jährigen) kaum vor. Der Messbereich ist nach oben sehr begrenzt (wie bei MMSE und MoCA ist das Absicht: die volle Punktzahl sollen "Gesunde" erreichen, nicht etwa nur die besonders Begabten, wie bei Fähigkeitstests, die das ganze Leistungsspektrum abdecken sollen). Man sieht aber auch, dass die FAB-Werte im Alter durchaus systematisch abnehmen und ein einziger Cut-Off-Wert zur Trennung von "gesund" und "auffällig" über alle Altersgruppen hinweg den Daten nicht gerecht würde. Genau so ist es auch bei MMSE und MoCA.
  
 Für die Linearisierung der Skala eignet sich die Studie von Coen et al. (2016) gut und wir haben sie dafür verwendet. Für die Linearisierung der Skala eignet sich die Studie von Coen et al. (2016) gut und wir haben sie dafür verwendet.
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 ==== Originalarbeit ==== ==== Originalarbeit ====
  
-In der Originalpublikation der FAB von 2000((Dubois, B., Slachevsky, A., Litvan, I. & Pillon, B. (2000) The FAB. A frontal assessment battery at bedside. //Neurology, 55//, 1622-1626. doi:10.1212/WNL.55.11.1621)) enthielt Daten von zwei klinischen Gruppen (Alzheimer Demenz, leichte kognitive Störung) wurden Testergebnisse nur für eine kleine, nicht näher bestimmte Gruppe Gesunder und für verschiedene klinische Gruppen berichtet. An Hand dieser Stichproben wurden Reliabilität und Validität der FAB analysiert, Empfehlungen für Cut-off-Werte werden nicht gegeben. +In der Originalpublikation der FAB von 2000((Dubois, B., Slachevsky, A., Litvan, I. & Pillon, B. (2000) The FAB. A frontal assessment battery at bedside. //Neurology, 55//, 1622-1626. doi:10.1212/WNL.55.11.1621)) wurden Testergebnisse nur für eine kleine, nicht näher bestimmte Gruppe Gesunder und für verschiedene klinische Gruppen berichtet. An Hand dieser Stichproben wurden Reliabilität und Validität der FAB analysiert, Empfehlungen für Cut-off-Werte werden nicht gegeben. 
  
 ==== Normuntersuchungen in der internationalen Literatur ==== ==== Normuntersuchungen in der internationalen Literatur ====
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 **Abbildung 4: Flächentransformation der FAB-Rohwerte in IQ-skalierte Standardwerte für die 60-64-Jährigen der Studie von Coen et al. (2016)** **Abbildung 4: Flächentransformation der FAB-Rohwerte in IQ-skalierte Standardwerte für die 60-64-Jährigen der Studie von Coen et al. (2016)**
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 +===== Leistungs- und Altersnormen im Überblick =====
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 +siehe ausführliche [[tests:frontal_assessment_battery#Leistungs- und Altersnormen im Überblick|Testdokumentation]]
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 +===== Diskussion =====
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 +Die FAB testet wichtige und grundlegende exekutive Funktionen, die gesunden Personen fast jeden Alters normalerweise zur Verfügung stehen. In der Originalarbeit korrelierte die FAB über eine größere (N=120) heterogene Stichprobe relativ hoch mit dem Wisconsin Card Sorting Test und der Mattis Dementia Rating Scale, die beide empfindlich für Störungen der exekutiven Funktionen sind. Die Korrelationen mit dem Alter der Patienten oder dem MMSE fielen demgegenüber gering aus, was zeigt, dass die von der FAB erfassten exekutiven Funktionen in den Testwert der MMSE kaum eingehen.
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 +Bei Gesunden kommt praktisch nur der Wertebereich von etwa 9 bis 18 vor, niedrigere Werte gibt es nur bei exekutiv schwer beeinträchtigten Menschen. Unterhalb von 9 FAB-Rohwerten bewegt man sich deshalb in einem Fähigkeitsraum, in dem bevölkerungsstandardisierte Messwerte keine sinnvolle Verwendung mehr finden können. Die in TDB2Online gegebene Umrechnung solch niedriger Rohwerte in Leistungswerte ist lediglich extrapoliert und basiert nicht mehr auf empirischen Daten.   
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 +In zwei der vorliegenden (und für die Normierung verwendeten) Studien wurde eine "FAB-15" statt der üblichen FAB (das wäre in dieser Notation eine "FAB-18") verwendet. Im letzten Subtest der FAB, also bei der Erfassung der Umgebungsautonomie, erreichen praktisch alle gesunden Personen drei Punkte. 
 +Dieser Subtest ist so "leicht", dass er einerseits kaum Varianz aufweist und messtechnisch (z.B. in Faktorenanalysen) stört, andererseits auch höchst selten zur Messung etwas beiträgt. Wir haben zu den FAB-15-Ergebnissen in den beiden Studien einfach jeweils 3 Punkte hinzugezählt. Nur sehr schwer beeinträchtigte Personen erreichen in diesem Subtest weniger als 3 Punkte. 
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 +===== Literatur =====
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 +VGW_ZM27_HTML
  • dokumentation/frontal_assessment_battery.1784468801.txt.gz
  • Zuletzt geändert: 2026/07/19 13:46
  • von res