dokumentation:rey_complex_figure_test

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 Der Genfer Psychologe André Rey beschrieb erstmals 1941 Untersuchungen mit einer komplexen Figur, die zunächst kopiert und dann aus dem Gedächtnis reproduziert werden musste((Rey, A. (1941) L'examen psychologique dans les cas d'encéphalopathie traumatique. //Archives de Psychologie, 28//, 286–340)). Ziel war die nähere Qualifizierung von Wahrnehmungs- und Gedächtnisstörungen neurologischer Patienten. Die Figur selbst war in der Publikation abgedruckt, Rey gab auch Hinweise zur Quantifizierung von Fehlern bei der Reproduktion aus dem Gedächtnis. Sein damaliger Doktorand Paul-Alexander Osterrieth führte weitere Untersuchungen mit der komplexen Figur durch und erarbeitete eine etwas vereinfachte Quantifizierungsmethode für die Fehler sowohl beim anfänglichen Kopieren als auch bei der Reproduktion aus dem Gedächtnis((Osterrieth, P.A. (1944). Le test de copie d'une figure complexe. Contribution à l'étude de la perception et de la mémoire. //Archives de Psychologie, 30//, 206–353.)). Eine leichter zugängliche englische Übersetzung der für den Test relevanten Teile beider Publikationen erschien 1993 in //The Clinical Neuropsychologist//((Corwin, J. & Bylsma, F. W. (1993). Psychological examination of traumatic encephalopathy. //The Clinical Neuropsychologist, 7//, 3–21. doi:10.1080/13854049308401883)). Der Genfer Psychologe André Rey beschrieb erstmals 1941 Untersuchungen mit einer komplexen Figur, die zunächst kopiert und dann aus dem Gedächtnis reproduziert werden musste((Rey, A. (1941) L'examen psychologique dans les cas d'encéphalopathie traumatique. //Archives de Psychologie, 28//, 286–340)). Ziel war die nähere Qualifizierung von Wahrnehmungs- und Gedächtnisstörungen neurologischer Patienten. Die Figur selbst war in der Publikation abgedruckt, Rey gab auch Hinweise zur Quantifizierung von Fehlern bei der Reproduktion aus dem Gedächtnis. Sein damaliger Doktorand Paul-Alexander Osterrieth führte weitere Untersuchungen mit der komplexen Figur durch und erarbeitete eine etwas vereinfachte Quantifizierungsmethode für die Fehler sowohl beim anfänglichen Kopieren als auch bei der Reproduktion aus dem Gedächtnis((Osterrieth, P.A. (1944). Le test de copie d'une figure complexe. Contribution à l'étude de la perception et de la mémoire. //Archives de Psychologie, 30//, 206–353.)). Eine leichter zugängliche englische Übersetzung der für den Test relevanten Teile beider Publikationen erschien 1993 in //The Clinical Neuropsychologist//((Corwin, J. & Bylsma, F. W. (1993). Psychological examination of traumatic encephalopathy. //The Clinical Neuropsychologist, 7//, 3–21. doi:10.1080/13854049308401883)).
  
-Ähnlich wie Reys [[dokumentation:verbaler_lern-_und_merkfaehigkeitstest|audio-visueller Gedächtnistest]] ist auch seine komplexe Figur immer noch ein wichtiger Bestandteil des klinisch-neuropsychologischen Instrumentariums. Sie wird in allen Lehr- und Handbüchern der neuropsychologischen Diagnostik besprochen((Lezak, M. D., Howieson, D. B., Bigler, E. D.,& Tranel, D. (2012). Neuropsychological Assessment. Fifth Edition. New York: Oxford University Press.)) ((Mitrushina, M., Boone, K. B., Razani, J. & d'Elia, L. F. (2005). Handbook of Normative Data for Neuropsychological Assessment. Second Edition. New York: Oxford University Press)) ((Strauss, E., Sherman, E. M. S., & Spreen, O. (2006). A Compendium of Neuropsychological Tests. Administration, Norms, and Commentary. Third Edition. New York: Oxford University Press.)).+Ähnlich wie Reys [[tests:verbaler_lern-_und_merkfaehigkeitstest|audio-visueller Gedächtnistest]] ist auch seine komplexe Figur immer noch ein wichtiger Bestandteil des klinisch-neuropsychologischen Instrumentariums. Sie wird in allen Lehr- und Handbüchern der neuropsychologischen Diagnostik besprochen((Lezak, M. D., Howieson, D. B., Bigler, E. D.,& Tranel, D. (2012). Neuropsychological Assessment. Fifth Edition. New York: Oxford University Press.)) ((Mitrushina, M., Boone, K. B., Razani, J. & d'Elia, L. F. (2005). Handbook of Normative Data for Neuropsychological Assessment. Second Edition. New York: Oxford University Press)) ((Strauss, E., Sherman, E. M. S., & Spreen, O. (2006). A Compendium of Neuropsychological Tests. Administration, Norms, and Commentary. Third Edition. New York: Oxford University Press.)).
      
 Aus jüngerer Zeit gibt es eine weitum vermarktete Version des RCFT, die eine detaillierte Auswertungsvorschrift enthält und auf eine relativ große US-amerikanische Normstichprobe von 1995 zurückgreifen kann((Meyers, J. E. & Meyers, K. R. (1995). //Rey Complex Figure Test and Recognition Trial.// Odessa, FL: Psychological Assessment Resources.)). Sie ist auch über die deutschsprachigen [[http://testzentrale.de|Testzentralen]] zu beziehen.     Aus jüngerer Zeit gibt es eine weitum vermarktete Version des RCFT, die eine detaillierte Auswertungsvorschrift enthält und auf eine relativ große US-amerikanische Normstichprobe von 1995 zurückgreifen kann((Meyers, J. E. & Meyers, K. R. (1995). //Rey Complex Figure Test and Recognition Trial.// Odessa, FL: Psychological Assessment Resources.)). Sie ist auch über die deutschsprachigen [[http://testzentrale.de|Testzentralen]] zu beziehen.    
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 Aus psychometrischen Gründen werden in TDB2Online nur die beiden Reproduktionsdurchgänge quantifiziert. Für den Kopierdurchgang gab es in den Normstudien keine vernünftige Perzentilverteilung. Das muss kein Nachteil sein. Die genaue Punktzahl beim Kopieren ist ohnehin für die klinische Interpretation weniger wichtig als die Art und Weise, wie organisiert jemand die Figur auffasst und zeichnet. Es obliegt dem Befundschreibenden, das Ergebnis des Kopierdurchgangs im Befund verbal mitzuteilen. Aus psychometrischen Gründen werden in TDB2Online nur die beiden Reproduktionsdurchgänge quantifiziert. Für den Kopierdurchgang gab es in den Normstudien keine vernünftige Perzentilverteilung. Das muss kein Nachteil sein. Die genaue Punktzahl beim Kopieren ist ohnehin für die klinische Interpretation weniger wichtig als die Art und Weise, wie organisiert jemand die Figur auffasst und zeichnet. Es obliegt dem Befundschreibenden, das Ergebnis des Kopierdurchgangs im Befund verbal mitzuteilen.
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