dokumentation:hamburg-wechsler_intelligenztest_fuer_erwachsene

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dokumentation:hamburg-wechsler_intelligenztest_fuer_erwachsene [2021/08/06 16:56]
res
dokumentation:hamburg-wechsler_intelligenztest_fuer_erwachsene [2021/08/06 17:02] (aktuell)
res [Beurteilung der Normuntersuchung]
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 ===== Vorbemerkung (Readme!) ===== ===== Vorbemerkung (Readme!) =====
  
-Der HAWIE-R ist sehr veraltet. Der Dokumentationstext zum HAWIE-R steht hier nur noch aus historischen Gründen und für wissenschaftliche Vergleichszwecke. Seit 2006 gab es mit dem [[tests:wechsler_intelligenztest_für_erwachsene|WIE]] einen Nachfolger des 1991 erschienenen HAWIE-R. Die Normen beider Tests unterscheiden sich.((Erzberger, C.S. & Engel, R. R. (2010) Zur Äquivalenz der Normen des Wechsler-Intelligenztests für Erwachsene (WIE) mit denen des Hamburg-Wechsler-Intelligenztests für Erwachsene - Revision (HAWIE-R). //Zeitschrift für Neuropsychologie, 21(1)//, 25-37)) Seit 2012 gibt es auch einen Nachfolger für den WIE, die [[tests:wechsler_adult_intelligence_scale_-_fourth_edition|WAIS-IV]]. Es dürfte keinen Grund mehr geben, bei der Erstuntersuchung eines Patienten oder Probanden den alten HAWIE-R statt dem neueren WIE oder - am besten - der WAIS-IV durchzuführen. Für den Fall, dass man alte HAWIE-R-Befunde mit neueren WIE-Befunden vergleichen möchte, gibt es eine Hilfsmöglichkeit in TDB2Online: Mit den Äquivalenztabellen aus der Arbeit von Erzberger & Engel (2010) wurde in TDB2Online unter dem "Test"-Gliederungspunkt [[tests:hawie-r_in_wie-normen|HAWIE-R in WIE-Normen]] eine Umrechnung programmiert. Mit dem HAWIE-R erhobene Subtestrohwerte werden in der Auswertung als Leistungs- und altersassoziierte Standardwerte auf der Basis der WIE-Normen dargestellt. Damit können alte HAWIE-R-Ergebnisse nachträglich mit WIE-Ergebnissen (etwa bei Wiederholungsmessungen beim gleichen Patienten) vergleichbar gemacht werden. Ähnliche Auswertungsbrücken zur WAIS-IV fehlen, da es keine entsprechenden Äquivalenzuntersuchungen gibt.  +Der HAWIE-R ist sehr veraltet. Der Dokumentationstext zum HAWIE-R steht hier nur noch aus historischen Gründen und für wissenschaftliche Vergleichszwecke. Seit 2006 gab es mit dem [[dokumentation:wechsler_intelligenztest_für_erwachsene|WIE]] einen Nachfolger des 1991 erschienenen HAWIE-R. Die Normen beider Tests unterscheiden sich.((Erzberger, C.S. & Engel, R. R. (2010) Zur Äquivalenz der Normen des Wechsler-Intelligenztests für Erwachsene (WIE) mit denen des Hamburg-Wechsler-Intelligenztests für Erwachsene - Revision (HAWIE-R). //Zeitschrift für Neuropsychologie, 21(1)//, 25-37)) Seit 2012 gibt es auch einen Nachfolger für den WIE, die [[dokumentation:wechsler_adult_intelligence_scale_-_fourth_edition|WAIS-IV]]. Es dürfte keinen Grund mehr geben, bei der Erstuntersuchung eines Patienten oder Probanden den alten HAWIE-R statt dem neueren WIE oder - am besten - der WAIS-IV durchzuführen. Für den Fall, dass man alte HAWIE-R-Befunde mit neueren WIE-Befunden vergleichen möchte, gibt es eine Hilfsmöglichkeit in TDB2Online: Mit den Äquivalenztabellen aus der Arbeit von Erzberger & Engel (2010) wurde in TDB2Online unter dem "Test"-Gliederungspunkt [[dokumentation:hawie-r_in_wie-normen|HAWIE-R in WIE-Normen]] eine Umrechnung programmiert. Mit dem HAWIE-R erhobene Subtestrohwerte werden in der Auswertung als Leistungs- und altersassoziierte Standardwerte auf der Basis der WIE-Normen dargestellt. Damit können alte HAWIE-R-Ergebnisse nachträglich mit WIE-Ergebnissen (etwa bei Wiederholungsmessungen beim gleichen Patienten) vergleichbar gemacht werden. Ähnliche Auswertungsbrücken zur WAIS-IV fehlen, da es keine entsprechenden Äquivalenzuntersuchungen gibt.  
  
 ===== Hintergrund ===== ===== Hintergrund =====
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 Die Testhandbücher enthalten nur das zur Durchführung und Auswertung notwendige Material. Historische Hintergrundinformationen zu den Wechsler-Tests findet man in dem klassischen Handbuch von Matarazzo((Matarazzo, J. D. (1972) //Wechsler's Measurement and Appraisal of Adult Intelligence. 5th and enlarged Edition.// Baltimore: Williams & Wilkins)), das es auch in einer deutschen Übersetzung gibt.((Matarazzo, J.D. (1982) //Die Messung und Bewertung der Intelligenz Erwachsener nach Wechsler.// Stuttgart: Hans Huber)) Dieses Buch bezieht sich allerdings auf die Vorgängertests des HAWIE-R. Die Testhandbücher enthalten nur das zur Durchführung und Auswertung notwendige Material. Historische Hintergrundinformationen zu den Wechsler-Tests findet man in dem klassischen Handbuch von Matarazzo((Matarazzo, J. D. (1972) //Wechsler's Measurement and Appraisal of Adult Intelligence. 5th and enlarged Edition.// Baltimore: Williams & Wilkins)), das es auch in einer deutschen Übersetzung gibt.((Matarazzo, J.D. (1982) //Die Messung und Bewertung der Intelligenz Erwachsener nach Wechsler.// Stuttgart: Hans Huber)) Dieses Buch bezieht sich allerdings auf die Vorgängertests des HAWIE-R.
  
-Neuere Literatur zur klinischen Interpretation der Intelligenztestbatterien von Wechsler für Erwachsene gibt es derzeit nur auf Englisch.((Tulsky, D., Saklofske, D., Chelune, G., Heaton, R. K., Ivnik, R. J., Bornstein, E. R. et al. (2003). Clinical Interpretation of the WAIS-III and WMS-III. New York: Academic Press.)) ((Kaufman, A. S. & Lichtenberger, E. O. (1999). Essentials of WAIS-III Assessment. New York: Wiley.)) Beide beziehen sich allerdings vorwiegend auf den WAIS-III, dessen deutsche Version der [[tests:wechsler_intelligenztest_für_erwachsene|WIE]] ist.+Neuere Literatur zur klinischen Interpretation der Intelligenztestbatterien von Wechsler für Erwachsene gibt es derzeit nur auf Englisch.((Tulsky, D., Saklofske, D., Chelune, G., Heaton, R. K., Ivnik, R. J., Bornstein, E. R. et al. (2003). Clinical Interpretation of the WAIS-III and WMS-III. New York: Academic Press.)) ((Kaufman, A. S. & Lichtenberger, E. O. (1999). Essentials of WAIS-III Assessment. New York: Wiley.)) Beide beziehen sich allerdings vorwiegend auf den WAIS-III, dessen deutsche Version der [[dokumentation:wechsler_intelligenztest_für_erwachsene|WIE]] ist.
  
 ==== Zusammensetzung ==== ==== Zusammensetzung ====
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 Die Flächentransformation führt im Prinzip zu einer Linearisierung der Rohwerte und damit zu einer Normalverteilung. Dies war seinerzeit beim Einschluss des HAWIE-R in TDB2 nicht weiter überprüft worden.  Die Flächentransformation führt im Prinzip zu einer Linearisierung der Rohwerte und damit zu einer Normalverteilung. Dies war seinerzeit beim Einschluss des HAWIE-R in TDB2 nicht weiter überprüft worden. 
  
-Beim WIE, bei dem die Ausgangslage im Wesentlichen die Gleiche ist wie beim HAWIE-R wurden später einzelne Verteilungen überprüft (siehe den entsprechenden [[tests:wechsler_intelligenztest_fuer_erwachsene#Verteilungseigenschaften|Abschnitt in der Testdokumentation für den WIE]]). Dabei wurden meistens gute Verteilungseigenschaften, manchmal aber auch bedeutendere Decken- oder Bodeneffekte gefunden. Dies könnte im Prinzip auch noch für den HAWIE-R berechnet und dargestellt werden. Angesichts der Überalterung des HAWIE-R dürfte es aber nicht mehr notwendig sein.+Beim WIE, bei dem die Ausgangslage im Wesentlichen die Gleiche ist wie beim HAWIE-R wurden später einzelne Verteilungen überprüft (siehe den entsprechenden [[tests:wechsler_intelligenztest_fuer_erwachsene#Verteilungseigenschaften|Abschnitt in der ausführlichen Testdokumentation für den WIE]]). Dabei wurden meistens gute Verteilungseigenschaften, manchmal aber auch bedeutendere Decken- oder Bodeneffekte gefunden. Dies könnte im Prinzip auch noch für den HAWIE-R berechnet und dargestellt werden. Angesichts der Überalterung des HAWIE-R dürfte es aber nicht mehr notwendig sein.
  
 ===== Linearisierung der Messskala ===== ===== Linearisierung der Messskala =====
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 Es ist nun auf Grund dieser Daten nicht zu sagen, welche der beiden Normuntersuchungen (HAWIE oder HAWIE-R) "besser" oder "zufälliger" war. Die einzige Evidenz, die dafür spricht, dass eher die HAWIE-R-Normierungsstichprobe etwas anomal (leptokurtisch oder steilgipflig) ausfiel, liegt darin, dass sich in der oben erwähnten zweiten Untersuchung beim Vergleich von WIE und HAWIE-R ebenfalls die (deutlich) breitere Verteilung im HAWIE-R im Vergleich zum WIE fand (Daten bei Erzberger & Engel, 2010).((Erzberger, C.S. & Engel, R. R. (2010) Zur Äquivalenz der Normen des Wechsler-Intelligenztests für Erwachsene (WIE) mit denen des Hamburg-Wechsler-Intelligenztests für Erwachsene - Revision (HAWIE-R). //Zeitschrift für Neuropsychologie, 21(1)//, 25-37))  Es ist nun auf Grund dieser Daten nicht zu sagen, welche der beiden Normuntersuchungen (HAWIE oder HAWIE-R) "besser" oder "zufälliger" war. Die einzige Evidenz, die dafür spricht, dass eher die HAWIE-R-Normierungsstichprobe etwas anomal (leptokurtisch oder steilgipflig) ausfiel, liegt darin, dass sich in der oben erwähnten zweiten Untersuchung beim Vergleich von WIE und HAWIE-R ebenfalls die (deutlich) breitere Verteilung im HAWIE-R im Vergleich zum WIE fand (Daten bei Erzberger & Engel, 2010).((Erzberger, C.S. & Engel, R. R. (2010) Zur Äquivalenz der Normen des Wechsler-Intelligenztests für Erwachsene (WIE) mit denen des Hamburg-Wechsler-Intelligenztests für Erwachsene - Revision (HAWIE-R). //Zeitschrift für Neuropsychologie, 21(1)//, 25-37)) 
  
-In diese Daten gehen allerdings auch die [[tests:hamburg-wechsler_intelligenztest_fuer_erwachsene#Behandlung der Intelligenzquotienten|Skalierungseffekte]] für das Globalmaß Gesamt-IQ ein, die im HAWIE-R mit seinen geringen Subtestinterkorrelationen besonders stark ausfallen und deshalb ebenfalls solche Effekte erzeugen. Solange die Angemessenheit einer Normierungsstichprobe nicht durch andere Daten verlässlicher gezeigt wird, als dies im Allgemeinen der Fall ist, sind wir bestenfalls auf solche indirekten Schlüsse angewiesen, die leider nicht viel Klarheit bringen. +In diese Daten gehen allerdings auch die [[dokumentation:hamburg-wechsler_intelligenztest_fuer_erwachsene#Behandlung der Intelligenzquotienten|Skalierungseffekte]] für das Globalmaß Gesamt-IQ ein, die im HAWIE-R mit seinen geringen Subtestinterkorrelationen besonders stark ausfallen und deshalb ebenfalls solche Effekte erzeugen. Solange die Angemessenheit einer Normierungsstichprobe nicht durch andere Daten verlässlicher gezeigt wird, als dies im Allgemeinen der Fall ist, sind wir bestenfalls auf solche indirekten Schlüsse angewiesen, die leider nicht viel Klarheit bringen. 
  
 ===== Leistungs- und Altersnormen der Subtests im Überblick ===== ===== Leistungs- und Altersnormen der Subtests im Überblick =====
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