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   - Die IQ-Skalierung dürfte die bei Leistungstests am häufigsten benutzte sein. Die T-Wert-Skalierung (50;10) ist zwar bei Persönlichkeitstests sehr gebräuchlich, aber nicht bei Intelligenztests und weniger bei sonstigen Leistungstests. Die "SW"- Skalierung (100;10) ist zwar bei deutschen Intelligenztests durchaus gebräuchlich, international aber kaum zu finden.   - Die IQ-Skalierung dürfte die bei Leistungstests am häufigsten benutzte sein. Die T-Wert-Skalierung (50;10) ist zwar bei Persönlichkeitstests sehr gebräuchlich, aber nicht bei Intelligenztests und weniger bei sonstigen Leistungstests. Die "SW"- Skalierung (100;10) ist zwar bei deutschen Intelligenztests durchaus gebräuchlich, international aber kaum zu finden.
-  - Bei der verbalen Interpretation von Testbefunden hat die IQ-Skala den Vorteil, dass die mittleren 50 Prozent der Verteilung, ein Bereich, der in der Statistik häufig als Durchschnittsbereich (Interquartildifferenz) gewertet wird, zwischen den markanten Werten 90 und 110 liegt. Auch ein weiterer Durchschnittsbereich (plus/minus eine Standardabweichung) ist mit den Werten 85 und 115 noch gut markiert, auch wenn man bei stetig verteilten Variablen gute Gründe braucht, um fast 70 Prozent einer Verteilung als „Durchschnitt“ zu bezeichnen. Die IQ-Skala macht es einem damit relativ leicht, Wechslers verbale Charakterisierung der kognitiven Leistungshöhe zu übernehmen (siehe dazu die Tabelle 1 im Abschnitt [[dokumentation#An der Normalverteilung orientierte Skalen|"An der Normalverteilung orientierte Skalen"]]).+  - Bei der verbalen Interpretation von Testbefunden hat die IQ-Skala den Vorteil, dass die mittleren 50 Prozent der Verteilung, ein Bereich, der in der Statistik häufig als Durchschnittsbereich (Interquartildifferenz) gewertet wird, zwischen den markanten Werten 90 und 110 liegt. Auch ein weiterer Durchschnittsbereich (plus/minus eine Standardabweichung) ist mit den Werten 85 und 115 noch gut markiert, auch wenn man bei stetig verteilten Variablen gute Gründe braucht, um fast 70 Prozent einer Verteilung als „Durchschnitt“ zu bezeichnen. Die IQ-Skala macht es einem damit relativ leicht, Wechslers verbale Charakterisierung der kognitiven Leistungshöhe zu übernehmen (siehe dazu die Tabelle 1 im Abschnitt [[dokumentation#An der Normalverteilung orientierte Skalen|"An der Normalverteilung orientierte Skalen"]]). Mit sieben Stufen von "extrem niedrig" über "sehr niedrig", "niedrig", "durchschnittlich", "hoch", "sehr hoch" bis zu "extrem hoch" lässt sich eine Leistung meistens ausreichend gut verbal charakterisieren, zumal Zwischentöne wie etwa "am unteren Rand einer durchschnittlichen Leistung" die Aussage weiter qualifizieren können. Der Messgenauigkeit kognitiver Tests wird eine solche Charakterisierung jedenfalls besser gerecht als das oft Gelesene "unterdurchschnittlich", "durchschnittlich", "überdurchschnittlich"
  
 ===== Berechnung von Leistungswerten ===== ===== Berechnung von Leistungswerten =====
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 TDB2Online verfolgt das Ziel einer reinen Leistungsmessung auf einer Skala, die für alle verwendeten Messinstrumente vergleichbar ist. Die Interpretation eines Messwerts im Hinblick auf das Alter des Patienten wird mit Hilfsmitteln erleichtert, das Alter wird jedoch nicht dafür verwendet, den eigentlichen Messwert zu verändern. Andere biographische Parameter (Bildung, Geschlecht, was immer) werden nicht berücksichtigt. Welchen Stellenwert sie haben, muss im Testbefund verbal interpretiert werden, das ist nicht mehr Aufgabe der Leistungsmessung. TDB2Online verfolgt das Ziel einer reinen Leistungsmessung auf einer Skala, die für alle verwendeten Messinstrumente vergleichbar ist. Die Interpretation eines Messwerts im Hinblick auf das Alter des Patienten wird mit Hilfsmitteln erleichtert, das Alter wird jedoch nicht dafür verwendet, den eigentlichen Messwert zu verändern. Andere biographische Parameter (Bildung, Geschlecht, was immer) werden nicht berücksichtigt. Welchen Stellenwert sie haben, muss im Testbefund verbal interpretiert werden, das ist nicht mehr Aufgabe der Leistungsmessung.
  
-Für die Leistungsmessung wird nach Möglichkeit eine Skalierung benutzt, die die Testleistung gesunder Erwachsener auf dem lebenszeitlichen Höhepunkt ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit zum Maßstab der Darstellung macht. Das Verfahren ist keineswegs neu. Es entspricht im Prinzip Wechslers „Wertpunkten“, und zwar in der klassischen ("nicht-alterskorrigierten") Form, die mit der WAIS-R bzw. dem HAWIE-R eingeführt wurde (siehe auch den Abschnitt [[tests:wechsler_intelligenztest_fuer_erwachsene#Wertpunkttransformation|Wertpunkttransformation]] in der Testbeschreibung des WIE). Bei Wechslers Erwachsenentests beinhaltete die Umrechnung von Rohwerten in Wertpunkte zweierlei: zum einen eine Korrektur schiefer und verzerrter Verteilungsformen der Rohwerte hin zu einer Normalverteilung der Wertpunkte (was in TDB2Online meistens im Rahmen eines eigenen Arbeitsgangs durchgeführt wird) und zum zweiten die Standardisierung an einer Zufallsstichprobe junger gesunder Erwachsener, meist im Altersbereich zwischen etwa 20 und etwa 30). TDB2Online greift auf dieses Konzept zurück, allerdings mit einer skalierungstechnischen Änderung. Wechsler hatte seine Wertpunkte auf einen Mittelwert von 10 und eine Standardabweichung von 3 skaliert. Wegen der höheren Vertrautheit und der besseren Differenzierungsfähigkeit beziehen wir diese Leistungsmaße auf einen Mittelwert von 100 und eine Standardabweichung von 15 und bezeichnen sie als **Leistungswerte**. Leistungswerte sind immer positiv gepolt: Höhere Zahlen bedeuten bessere Leistungen.+Für die Leistungsmessung wird nach Möglichkeit eine Skalierung benutzt, die die Testleistung gesunder Erwachsener auf dem lebenszeitlichen Höhepunkt ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit zum Maßstab der Darstellung macht. Das Verfahren ist keineswegs neu. Es entspricht im Prinzip Wechslers „Wertpunkten“, und zwar in der klassischen ("nicht-alterskorrigierten") Form, die mit der WAIS-R bzw. dem HAWIE-R eingeführt wurde (siehe auch den Abschnitt [[dokumentation:wechsler_intelligenztest_fuer_erwachsene#Wertpunkttransformation|Wertpunkttransformation]] in der Testbeschreibung des WIE). Bei Wechslers Erwachsenentests beinhaltete die Umrechnung von Rohwerten in Wertpunkte zweierlei: zum einen eine Korrektur schiefer und verzerrter Verteilungsformen der Rohwerte hin zu einer Normalverteilung der Wertpunkte (was in TDB2Online meistens im Rahmen eines eigenen Arbeitsgangs durchgeführt wird) und zum zweiten die Standardisierung an einer Zufallsstichprobe junger gesunder Erwachsener, meist im Altersbereich zwischen etwa 20 und etwa 30). TDB2Online greift auf dieses Konzept zurück, allerdings mit einer skalierungstechnischen Änderung. Wechsler hatte seine Wertpunkte auf einen Mittelwert von 10 und eine Standardabweichung von 3 skaliert. Wegen der höheren Vertrautheit und der besseren Differenzierungsfähigkeit beziehen wir diese Leistungsmaße auf einen Mittelwert von 100 und eine Standardabweichung von 15 und bezeichnen sie als **Leistungswerte**. Leistungswerte sind immer positiv gepolt: Höhere Zahlen bedeuten bessere Leistungen.
  
 ==== Leistungswerte bei Demenztests ==== ==== Leistungswerte bei Demenztests ====
  
-Bei vielen Testverfahren, die für die Demenzdiagnostik verwendet werden, gibt es keine Normen für junge Erwachsene. Ein prominentes Beispiel dafür ist die [[tests:cerad-testbatterie|CERAD-Testbatterie]]. Normen für gesunde Probanden gibt es hier nur in höheren Altersbereichen, frühestens von 50 an aufwärts, oft nicht sonderlich gut spezifiziert. Bei solchen Tests beziehen sich die Leistungswerte nicht auf junge Erwachsene, sondern auf Ältere. In der Überschrift zu den jeweiligen Testverfahren ist die Quelle der Leistungsnormdaten immer dann angegeben, wenn sie vom Standard (junge Erwachsene) abweicht.+Bei vielen Testverfahren, die für die Demenzdiagnostik verwendet werden, gibt es keine Normen für junge Erwachsene. Ein prominentes Beispiel dafür ist die [[tests:cerad-testbatterie|CERAD-Testbatterie]]. Normen für gesunde Probanden gibt es hier nur in höheren Altersbereichen, frühestens von 50 an aufwärts, oft nicht sonderlich gut spezifiziert. Bei solchen Tests beziehen sich die Leistungswerte nicht auf junge Erwachsene, sondern auf Ältere. In der Überschrift zu den jeweiligen Testverfahren ist der Altersbereich für die Berechnung der Leistungsnormen immer angegeben.
  
 ===== Berechnung von altersnormierten Werten ===== ===== Berechnung von altersnormierten Werten =====
  
-Für die klinische Beurteilung eines Testwerts ist vor allem bei älteren Patienten ein Vergleich mit den Leistungen der entsprechenden Altersgruppe notwendig. Nicht umsonst werden bei den meisten publizierten Tests die Rohwerte direkt in altersabhängige Standardwerte umgerechnet. Auch in TDB2Online werden zusätzlich zu den Leistungswerten altersabhängige Standardwerte (ASW, mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 15) berechnet und im Testprofil numerisch angegeben. Die Werte werden mit den in TDB2Online agglutinierten Normdaten berechnet. Wie weiter oben dargestellt, beruhen diese auf einer möglichst breiten empirischen Basis und einer möglichst effizienten psychometrischen Aufarbeitung. Sie entsprechen deshalb nicht unbedingt den Normdaten, die sich in anderen Publikationen finden. Selbst bei publizierten Tests, bei denen es außer den publizierten Normdaten keine weiteren Normquellen gibt, sind Abweichungen wahrscheinlich, weil für die TDB2Online-Normen zum Beispiel immer zwischen den Rohwertstufen und zwischen benachbarten Altersgruppen Glättungen durchgeführt wurden. +Für die klinische Beurteilung eines Testwerts ist normalerweise ein Vergleich mit den Leistungen der entsprechenden Altersgruppe notwendig. Nicht umsonst werden bei den meisten publizierten Tests die Rohwerte direkt in altersabhängige Standardwerte umgerechnet. Auch in TDB2Online werden zusätzlich zu den Leistungswerten altersabhängige Standardwerte (ASW, mit Mittelwert 100 und Standardabweichung 15) berechnet und im Testprofil numerisch angegeben. Die Werte werden mit den in TDB2Online agglutinierten Normdaten berechnet. Wie weiter oben dargestellt, beruhen diese auf einer möglichst breiten empirischen Basis und einer möglichst effizienten psychometrischen Aufarbeitung. Sie entsprechen deshalb nicht unbedingt den Normdaten, die sich in anderen Publikationen finden. Selbst bei publizierten Tests, bei denen es außer den publizierten Normdaten keine weiteren Normquellen gibt, sind Abweichungen wahrscheinlich, weil für die TDB2Online-Normen zum Beispiel immer zwischen den Rohwertstufen und zwischen benachbarten Altersgruppen Glättungen durchgeführt wurden. 
    
 ===== Darstellung als einheitliches Testprofil ===== ===== Darstellung als einheitliches Testprofil =====
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 TDB2 und TDB2Online sind aus der diagnostischen Praxis in einer psychiatrischen Universitätsklinik entstanden. Ausgangspunkt war die Unzufriedenheit mit der Heterogenität der existierenden Verfahren, nicht ihrer Inhalte, sondern ihrer psychometrischen Aufbereitung. Es war kaum möglich, Studierenden der Psychologie im Verlauf eines Sechs-Wochen-Praktikums beizubringen, auf der Grundlage des Handbuchs jedes einzelnen Tests einen vernünftigen und konsistenten Testbefund zu schreiben.  TDB2 und TDB2Online sind aus der diagnostischen Praxis in einer psychiatrischen Universitätsklinik entstanden. Ausgangspunkt war die Unzufriedenheit mit der Heterogenität der existierenden Verfahren, nicht ihrer Inhalte, sondern ihrer psychometrischen Aufbereitung. Es war kaum möglich, Studierenden der Psychologie im Verlauf eines Sechs-Wochen-Praktikums beizubringen, auf der Grundlage des Handbuchs jedes einzelnen Tests einen vernünftigen und konsistenten Testbefund zu schreiben. 
  
-Mit der Einführung von TDB2 in der Klinik (2009) wurde das deutlich einfacher. Wenn eine Praktikantin oder ein Praktikant die Prinzipien der TDB2-Profildarstellung begriffen hatte (das ging nicht auf Anhieb, war aber in der zweiten Woche meistens abgeschlossen), wurde das Besprechen der Befunde mit den Betreuern viel leichter. Insofern verdanken wir unseren Praktikanten (etwa 10 pro Jahr) die Außenanregung, die notwendig war, um TDB2 voranzubringen!+Mit der Einführung von TDB2 in der Klinik (2009) wurde das deutlich einfacher. Wenn eine Praktikantin oder ein Praktikant die Prinzipien der TDB2-Profildarstellung begriffen hatte (das ging nicht auf Anhieb, war aber in der zweiten Woche meistens abgeschlossen), wurde das Besprechen der Befunde mit den Betreuern viel leichter. Insofern verdanken wir unseren Praktikanten (etwa 10 pro Jahr) die Außenanregung, die notwendig war, um TDB2 voranzubringen.
  
 TDB2 und TDB2Online sind keine abgeschlossenen Programme. An den Testverfahren werden sich Änderungen ergeben, wenn neue Normen verfügbar werden. Neue Verfahren können hinzukommen. Für Anregungen sind wir jederzeit dankbar.  TDB2 und TDB2Online sind keine abgeschlossenen Programme. An den Testverfahren werden sich Änderungen ergeben, wenn neue Normen verfügbar werden. Neue Verfahren können hinzukommen. Für Anregungen sind wir jederzeit dankbar. 
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