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res [Testversionen und Testvarianten]
dokumentation [2018/08/27 19:50]
res [Adäquatheit der Normen klinisch-neuropsychologischer Tests]
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 Besonders problematisch sind die Normquellen bei manchen klassischen neuropsychologischen Standardverfahren,​ die von keinem Testautor und keinem Testverlag (mehr) betreut werden. Prominente Beispiele sind die Trail Making Tests, der Halstead Category Test und fast alle verbalen Gedächtnistests. Für diese Tests gibt es meistens kein Standardhandbuch. Hier verlassen sich die meisten Anwender auf kursorische und ad hoc zusammengestellte Normtabellen in neuropsychologischen Standardwerken(([[https://​global.oup.com/​academic/​product/​neuropsychological-assessment-9780195395525?​q=lezak&​lang=en&​cc=de | Lezak,M.D., Howieson,​D.B.,​ Bigler,​E.D.,&​ Tranel,D. (2012) Neuropsychological Assessment (5th ed.). New York: Oxford University Press]])) (([[https://​global.oup.com/​academic/​product/​handbook-of-normative-data-for-neuropsychological-assessment-9780195169300?​cc=de&​lang=en&​ | Mitrushina,​M.,​ Boone,K.B., Razani,J. & d'​Elia,​L.F. (2005) Handbook of Normative Data for Neuropsychological Assessment. Second Edition. New York: Oxford University Press]])) (([[https://​global.oup.com/​academic/​product/​a-compendium-of-neuropsychological-tests-9780195159578?​q=strauss%20sherman&​lang=en&​cc=de | Strauss,E., Sherman,​E.M.S.,​ & Spreen,O. (2006). A Compendium of Neuropsychological Tests. Administration,​ Norms, and Commentary. Third Edition. New York: Oxford University Press]])). Da es davon allerdings mehrere gibt, die auf unterschiedliches Material zurückgreifen,​ ist es kaum zu vermeiden, dass in der Praxis auch mal höchst unterschiedliche Normquellen verwendet werden, die im Einzelfall zu hochgradig abweichenden Ergebnissen kommen. Besonders problematisch sind die Normquellen bei manchen klassischen neuropsychologischen Standardverfahren,​ die von keinem Testautor und keinem Testverlag (mehr) betreut werden. Prominente Beispiele sind die Trail Making Tests, der Halstead Category Test und fast alle verbalen Gedächtnistests. Für diese Tests gibt es meistens kein Standardhandbuch. Hier verlassen sich die meisten Anwender auf kursorische und ad hoc zusammengestellte Normtabellen in neuropsychologischen Standardwerken(([[https://​global.oup.com/​academic/​product/​neuropsychological-assessment-9780195395525?​q=lezak&​lang=en&​cc=de | Lezak,M.D., Howieson,​D.B.,​ Bigler,​E.D.,&​ Tranel,D. (2012) Neuropsychological Assessment (5th ed.). New York: Oxford University Press]])) (([[https://​global.oup.com/​academic/​product/​handbook-of-normative-data-for-neuropsychological-assessment-9780195169300?​cc=de&​lang=en&​ | Mitrushina,​M.,​ Boone,K.B., Razani,J. & d'​Elia,​L.F. (2005) Handbook of Normative Data for Neuropsychological Assessment. Second Edition. New York: Oxford University Press]])) (([[https://​global.oup.com/​academic/​product/​a-compendium-of-neuropsychological-tests-9780195159578?​q=strauss%20sherman&​lang=en&​cc=de | Strauss,E., Sherman,​E.M.S.,​ & Spreen,O. (2006). A Compendium of Neuropsychological Tests. Administration,​ Norms, and Commentary. Third Edition. New York: Oxford University Press]])). Da es davon allerdings mehrere gibt, die auf unterschiedliches Material zurückgreifen,​ ist es kaum zu vermeiden, dass in der Praxis auch mal höchst unterschiedliche Normquellen verwendet werden, die im Einzelfall zu hochgradig abweichenden Ergebnissen kommen.
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 +Bei der Erarbeitung von Normen für alte und sehr alte Probanden stellen sich Probleme, die - zumindest in diesem Ausmaß - bei Erwachsenen im arbeitsfähigen Alter nicht auftreten. Das Primat einer Bevölkerungsrepräsentativität der Stichprobe kann ins Wanken geraten, wenn mit zunehmendem Alter immer mehr externe Ursachen einer kognitiven Minderleistung auftreten. Dabei stellt sich dann die Frage, inwieweit man Personen aus der Normstichprobe ausschließen soll, die wegen klar benennbarer Ursachen, insbesondere wegen Krankheit, derzeit (oder auch andauernd) nicht im Vollbesitz ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit sind. Viele Untersucher halten auch hier an Zufallsstichproben fest, andere streben Idealstichproben ausschließlich gesunder Probanden an. In der Testdokumentation zur [[tests:​mini_mental_state_examination|Mini Mental State Examination]] wird diesem Problem anlässlich sehr divergierender Normierungsergebnisse weiter nachgegangen.
  
 ===== Testversionen und Testvarianten ===== ===== Testversionen und Testvarianten =====
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 Ähnlich problematisch sind Tests, von denen es mehrere Varianten gibt, sei es im Testmaterial oder in den Durchführungsanweisungen. Für die beiden Trail Making Tests A und B waren eine Zeit lang unterschiedliche Vorlagen in Anwendung. Eine der Vorlagen, die mit Serifen im Schrifttyp, war von Personen mit Sehschwäche viel schlechter zu erkennen als die andere. Bei der Mini Mental State Examination gibt es in der Praxis diverse Durchführungsvarianten,​ die meist nicht explizit angegeben werden. In der Arbeitsgedächtnisaufgabe dieses Tests wird manchmal ein Wort (es sind unterschiedliche in Gebrauch) rückwärts buchstabiert,​ manchmal wird dagegen rückwärts gerechnet. Bei der TAP gibt es in vielen Untertests noch mal Varianten. In zu vielen Testbefunden wird nicht erwähnt, welche dieser Varianten eingesetzt wurde. Die Liste ließe sich leicht verlängern,​ zum Beispiel bei den diversen Gedächtnistests. Auch bei den möglichen Auswertungsvarianten wird selten genau spezifiziert,​ welche Normen verwendet wurden (etwa allgemeine oder schulspezifische Normen). ​ Ähnlich problematisch sind Tests, von denen es mehrere Varianten gibt, sei es im Testmaterial oder in den Durchführungsanweisungen. Für die beiden Trail Making Tests A und B waren eine Zeit lang unterschiedliche Vorlagen in Anwendung. Eine der Vorlagen, die mit Serifen im Schrifttyp, war von Personen mit Sehschwäche viel schlechter zu erkennen als die andere. Bei der Mini Mental State Examination gibt es in der Praxis diverse Durchführungsvarianten,​ die meist nicht explizit angegeben werden. In der Arbeitsgedächtnisaufgabe dieses Tests wird manchmal ein Wort (es sind unterschiedliche in Gebrauch) rückwärts buchstabiert,​ manchmal wird dagegen rückwärts gerechnet. Bei der TAP gibt es in vielen Untertests noch mal Varianten. In zu vielen Testbefunden wird nicht erwähnt, welche dieser Varianten eingesetzt wurde. Die Liste ließe sich leicht verlängern,​ zum Beispiel bei den diversen Gedächtnistests. Auch bei den möglichen Auswertungsvarianten wird selten genau spezifiziert,​ welche Normen verwendet wurden (etwa allgemeine oder schulspezifische Normen). ​
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-Bei der Erarbeitung von Normen für alte und sehr alte Probanden stellen sich Probleme, die - zumindest in diesem Ausmaß - bei Erwachsenen im arbeitsfähigen Alter nicht auftreten. Das Primat einer Bevölkerungsrepräsentativität der Stichprobe kann ins Wanken geraten, wenn mit zunehmendem Alter immer mehr externe Ursachen einer kognitiven Minderleistung auftreten. Dabei stellt sich dann die Frage, inwieweit man Personen aus der Normstichprobe ausschließen soll, die wegen klar benennbarer Ursachen, insbesondere wegen Krankheit, derzeit (oder auch andauernd) nicht im Vollbesitz ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit sind. Viele Untersucher halten auch hier an Zufallsstichproben fest, andere streben Idealstichproben ausschließlich gesunder Probanden an. In der Testdokumentation zur [[tests:​mini_mental_state_examination|Mini Mental State Examination]] wird diesem Problem anlässlich sehr divergierender Normierungsergebnisse weiter nachgegangen. 
  
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